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RUNDSCHREIBEN UND BERICHT DES ZUCHTWARTS

 
 

Werte Zuchtfreunde,

im vergangenen Ausstellungsjahr wurden auf der Hauptschau - die der Bayrischen Huhntaubenschau in Neudrossenfeld angeschlossen war - 200 Malteser von 25 Züchtern gezeigt. Erfreulicherweise hat sich die Gruppe Ost mit einer Sonderschau beteiligt.
Zu Ehren unseres SR und Zuchtwarts Horst Knickmann und Ehrenmitglied Adam Faht wurde mit einer Gedächtnisschau nochmals erinnert und ihrer Verdienste gewürdigt. Bewertet wurden unsere Malteser von Ehrenvorstand und SR Alfons Finkernagel,
Frank Wackwitz und Zuchtwart Xaver Wintersberger. Unsachgemäße Kritik von den Ausstellern hörte man wenig, und wenn sie angebracht ist, kann sie auch hilfreich und wertvoll sein. Ich habe festgestellt, wenn die Bewertungskarte vorher genau gelesen wurde, sind nachher Züchter und PR meistens einer Meinung. Bei den 43 Weissen konnte man auf der Bewertungskarte öfter lesen: Schwanzgefieder geschlossener,
Hals edler, Schwingenlage korrekter und Augenrandfarbe feuriger - alles Wünsche, die berechtigt waren. Ein roter Augenrand wird selbstverständlich verlangt und ich glaube
es wird ein Wunsch sein, der sich auf Jahre hinzieht. Von großem Vorteil ist, wenn der Schnabel reichlich durchblutet ist und dadurch die Schnabelfarbe schön rot ist.
Wenn dann der Züchter noch in der glücklichen Lage ist, die Tiere in Freilauf halten zu können, wird das Ziel schneller erreicht. Eine rötliche Beinfarbe ist zusätzlich von großem Vorteil, und ein straffes, festes und glänzendes Gefieder mit breiten Federn gehört dazu. Aber unsere Züchter wissen es genauso wie ich, es ist ein langer Weg, ein Problem mit dem unsere Väter und Größväter schon gekämpft haben. Aber das alles ist der Reiz unserer Rasse. Schöne Malteser zu züchten - sagen unsere Altmeister - ist eine Kunst.

V97 P. erzielte R. Tiefenthaler auf 1.0 a, und T. Cleres auf 0.1 j. Hv erreichten noch
B. Soroka, L. Wackwitz und F. Mitterer. 17 Schwarze und alle sg und darüber.
V97 P. X. Wintersberger mit 1.0 j und Hv an Annemarie Geistmann mit 0.1 j. Alle zeigten sich mit prima Stand- und Halslänge und auch die Unterlinie war in Ordnung.
Ein 1.0 j von Spillmann kam zu Recht auf 96 p. 33 Blaue mit Licht und Schatten, die 1.0 j überzeugten in Typ, Standhöhe und Halslänge, auch die Flügellage war in Ornung. Farblich sollten sie noch klarer und heller sein, hier konnte der 1.0 j von Spillmann mit
96 P. voll überzeugen. Die Hajsführung eine Idee flüßiger und die Höchstnote wäre sicher gewesen!
Unter Wünsche stand auch: Gefieder glatter und Schwanzgefieder geschlossener.
97 P. und die Malteserfigur erhielt zurecht Kolditz mit einem Jungtäuber, der sich immer von seiner schönsten Seite zeigte. Hv ging noch an Meisinger, Soroka und Weber.
Die 1.0 j konnten in Größe noch mithalten, was man von den 4 Alttäuber bestimmt nicht sagen konnte. Hier fehlten Größe, Halslänge und Körpermasse.
Bei den 0.1 erzielte Meisinger und Weber noch 95 P. Zur höheren Noten reichte es auch nicht, obwohl sie alle in Figur und Haltung ausgeglichen waren. Auch die zwei alten Damen konnten nicht überzeugen. Für die Zucht braucht man aber ansprechende 0.1, denn nur Vorzüge der 1.0 reichen für ideale Jungtiere nicht aus. Auf kräftige, große 0.1 muß mehr Wert gelegt werden. 15 braune und alle im sg Bereich, Hv an Dr. Handrek mit 1.0 j. Farblich müssen alle noch einheitlicher werden und auf den 3. Bindenansatz muß geachtet werden. Hier machte sich die Verpaarung mit Braunfahl negativ bemerkbar. Wünsche wären:, Stand straffer und noch mehr Hälslänge.
Die 11 Roten hatten in diesem Jahr wieder das selbe Problem wie in den vergangenen Jahren: angelaufene Schnabelfarbe und bläuliche Schwanzfarbe. Obwohl sich jetzt mehr Züchter um diesen Farbenschlag bemühen, wird es auch in Zukunft ein schwieriger Farbenschlag bleiben. In Wolznach sah ich ein Licht am Horizoht - da konnte man große Rote mit prima Schnabel- und Schwanzfarbe bewundern. Auch deren Gefieder war glatt und lack-reich. Ich würde mir auf der Hauptschau -die ja bei allen Züchtern vorrangig sein sollte - auch einmal eine größere Kollektion roter Malteser wünschen, vielleicht bei der nächsten HSS in Straubing?
25 Gelbe von 5 Züchtern und nur 4* g. -ein Erfolg, der sich in den letzten Jahren schon angekündigt hat. Hier haben Malteser mit dunkler Schnabelfarbe und bläulichen Schwanzgefieder keine Chance mehr.
1* V97 P- und 5* Hv 96 P. an X. Wintersberger. Hier zeigte sich wieder, dass man mit 25 Zuchtpaaren und jahrelanger Auslese viel mehr Auswahl hat, als der mit drei oder vier Paaren. Ich hatte auch jahrelang eine glückliche Hand bei der Verpaarung und auch viel Glück in der Zucht, daher konnte ich in den letzten Jahren gutes Material an die Züchter abgeben. Hoffentlich macht sich das in den nächsten Jahren auf HSSchauen zahlenmäßig bemerkbar.
25 Braunfahle mit sehr guter Qualität - eine Zahl, mit der man zufrieden sein kann. Die Schwingenfarbe sollte bei manchen noch satter und die Schildfarbe noch einheitlicher sein, Malteser mit heller Augenfarbe (Perlauge) sieht man gott-sei-dank nicht mehr. Hier haben unsere Züchter großartiges geleistet und das solI auch belohnt werden.
97 P. an Spillmahn mit 0.1 j und Hv an Finkernagel A. und Chr. Kretschmer. Mit einem bläulichen Ton in Brust- und Bauchbereich hatten noch einzelne zu kämpfen und auf ein reines braunfahl muß bei der Verpaarung mehr geachtet werden. Wir haben kein
blaufahl und erst recht kein braun-gehämmert - es muß braunfahlgehämmert gemeldet werden.
Nur drei Blaugehämmerte: Hv an Chr, Kretschmer mit 1.0 j, der die Richtung zeigen soll und mit Malteserteller belohnt wurde. Bei den Braunfahlgehämmerten zeigte uns unser Ehrenvorstand wie man mit Wissen und Können diesen seltenen Farbenschlag züchtet und ausstellt. Hv 91P. auf 1.0 j. und Hv 96 P. M.-Teller auf 1.0 a.
Unser zukünftiger SR Frank Wackwitz hatte es hier leicht, die Spreu vom Weizen zu trennen - es waren alle Gehämmerten in sehr guter Verfassung und zeigten sich auch am Sonntag noch von ihrer besten Seite. Auch hier hatten nur die eine Chance die in Standhöhe und Halslänge überzeugten. Nur 6 Muselköpfe - die mit Flügelrose glänzten durch Abwesenheit. Meisinger zeigte sie mit prima Größe und edlem Hals, auch die Körperkürze war in Ordnung, nur sollten sie mehr Muselzeichnung aufweisen. Für die Zucht sind sie aber sehr wertvoll. 91 P. auf 1.0 j für Wintersberger. Schade war, dass die vielen Züchter, die Musel mit und ohne Flügelrose züchten, leider ihre Tiere nicht vorstellen, denn bei diesem Farbenschlag gibt es viele Jungtiere mit Fehlzeichnungen und auch mit weissen Schwingen. Hier hatte jeder die Möglichkeit seine Tiere in der AOC Klasse zu zeigen und bei Bedarf frisches Blut günstig zu erwerben.
A. Geistmann zeigte Dunkle, Wintersberger und Nöbauer Rotschecken, Theissen M. blau-musel, rotfahl Mehley, Schwarzschecken Wintersberger. Bei der AOC Klasse wird hauptsächlich der Typ und die Figur bewertet, die Farbe ist zweitrangig, aber für Vitalität und Zuchtfreudigkeit sind sie unbezahlbar. Daher glaube ich, sollen die Züchter dieses Angebot viel besser nutzen, der Anfang ist gemacht.

Eine weitere SSchau - mit der Gruppe West - war der 53. VDT-Schau in Sinsheim angeschlossen und so konnten 100 Malteser erstmals auf einer Großschau in Baden gezeigt werden. Zum Gedenken an unseren verstorbenen Altmeister Willi Köhler wurde ein Gedächtnispokal gestiftet und nochmals seiner Verdienste gewürdigt.
Eine ausgezeichnete Leistung wurde unseren beiden SR K. Prechtl und A. Finkernagel von den Ausstellern bestätigt.
Bei den 42 Weissen erzielte Bokrös 1* V und 3* Hv -Herzlichen Glückwunsch!
95 P. erreichte Demmel 3*, Cleres 1* und Geistmann 1*.
Tiere mit anliegender Außenzehe hatten zu Recht keine Chance. Bei den Schwarzen erreichte X- Wintersberger V97 P. EP und Hv Spillmann, Cleres und Wintersberger nochmals 95 P. In Blau erzielte Müller H. Hv GP auf 1.0 j, und auf 0.1 95 P. In Gelb war Wintersberger X. mit V EP und Hv erfolgreich. 95 P. erhielt auch noch M. Theissen und
X. Wintersberger. M. Mangold erzielte mit 1.0 a 95 P. Bei den Muselköpfen kam Wintersberger mit 1.0j nochmals auf Hv BT.
Kritik hörte man am Mittwochabend von den Züchtern, weil Futter- und Wasserbecher leer waren - das war aber auch das einzige Negative.
Auf der Europaschau in Prag standen 83 Malteser aus 6 Ländern, 97 P und 96 P mit blau, J. Meisinger. X. Wintersberger mit Gelb 97 P. CH. 96 P. erzielte H. Eisner mit braunfahl. Rafbauer 2* 96 P. auf Rot. 47 Malteser standen in Leipzig auf der Nationalen.
X. Wintersberger erzielte mit Schwarz Hv El auf 1.0 j. Y97 BLP auf 1.0 j. W. Hanke, und Hv 96 P. mit 1.0 j. H. Kolditz auf den Blauen mit schw. Binden. Mit den Muselköpfen errang Wintersberger 96 P. Alles war riesig, aber übersichtlich - auch an Helligkeit mangelte es nicht. Für die nächste VDT-Schau und Europa-Schau 2006 ist Leipzig hervorragend gerüstet. Man kann nur Positives berichten. Auch die Ausstellungsleitung war freundlich und hilfsbereit - wenn da bei den Maltesern nicht die uralten 5Oiger Käfige gewesen wären. Diese Käfige haben den 2. Weltkrieg noch gut überlebt, aber bei den heutigen Schrottpreis gehören sie sofort entsorgt.
Auf der ungarischen Hauptschau der Malteser in Öroshaza standen 120 Malteser in sehr guter Qualität. Bewertet wurden sie von vier Preisrichtern und X. Wintersberger als Obmann. In Ungarn blieben die Noten um circa 2 Punkte niedriger, wenn man da 94 P erreicht, hat man schon ein Spitzentier. In schwarz, blau, blaugehämmert, rot und gelb sah man Spitzentiere, aber alles 1.0. Bei den 0.1 war X. Wintersberger vorne, auch unser Österreicher Karl Nöbauer konnte mit seinen Tieren gut mithalten.
Am Samstag besuchten wir noch viele Zuchtfreunde und sahen noch prima Malteser in rot und gelb. Hervorzuheben ist hoch die vorzügliche Gastfreundlichkeit aller ungarischen Malteserzüchter. Es war ein großes Erlebnis!
Allen Erringern von großen und auch kleinen Preisen einen herzlichen Glückwunsch seitens des Clubs!

Xaver Wintersberger
1. Vorstand und Zuchtwart

 
 
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